Feuer in den Alpen am 12. August 2017

«Sonnenwende im Wintertourismus»
Die Situation des Wintertourismus ist in den Alpenländern unterschiedlich. Was überall zutrifft: Steigende Temperaturen und verändertes Gästeverhalten erfordern neue Strategien und Herangehensweisen. Die Logiernächte in den Alpen sind seit etlichen Jahren rückgängig, und zwar auch in ehemals erfolgreichen Wintersport-Destinationen. Auch die Zahl der Ersteintritte (erster Drehkreuzdurchgang pro Tag) der Skigebiete ist in allen Alpenländern seit fünf Jahren tendenziell rückläufig, ebenso die der Aufenthaltstage. Studien belegen: Ein Drittel bis ein Viertel der Skigebiete arbeitet defizitär.

Wintersport ist kein Volkssport mehr: Insbesondere junge Menschen üben ihn, wenn überhaupt, nur gelegentlich aus. Die Gäste wollen heutzutage nicht nur Skifahren, sondern auch Schneeschuhlaufen, Konzerte besuchen, sich in Wellness-Oasen oder Mediationskursen erholen, regionale Spezialitäten geniessen oder lokales Brauchtum erleben.

Klimawandel prägt Tourismus
Diese Herausforderungen verschärfen sich mit dem Klimawandel. Bereits jetzt fällt unterhalb von 1’000 Höhenmeter übers Jahr gesehen mehr Regen als Schnee, die Skisaison wird immer kürzer. Künstliche Beschneiung verschafft nur bedingt Abhilfe: Es braucht dafür drei bis fünf aufeinander folgende Tage mit Temperaturen im Minusbereich – was immer seltener vorkommt. Gemäss Prognosen können bis 2050 nur mehr Gebiete über 1800 Meter auf Skitourismus setzen. Was tun die anderen?

Die CIPRA fordert mit ihrem Positionspaper «Sonnenwende im Wintertourismus» eine sozio-ökonomische Transformation. Im Zentrum eines solchen Wandels muss die Lebensqualität sowohl von Gästen als auch von Bewohnerinnen und Bewohnern stehen. Dafür braucht es übergeordnete regionale Strategien, die alle Wirtschafts- und Lebensbereiche einbeziehen. Denn Tourismus ist kein Selbstzweck. Intelligent gedacht und umgesetzt, verbindet er unterschiedliche Bereiche und stärkt die Identität der Tourismusdestinationen – ganz im Sinne des UNO-Jahrs des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung.

--> CIPRA International: Medienmitteilung mit mehr Infos (07.02.2017)

 

Feuer-Infos 2017

--> Medienmitteilung von CIPRA Schweiz zu Feuer in den Alpen 2017

--> 1. Rundbrief zu Feuer in den Alpen im April 2017 (PDF)

--> 2. Rundbrief zu Feuer in den Alpen im Juni 2017 (PDF)

--> Feuer in den Alpen bei fairunterwegs.ch (28.06.2017)

--> Geschichte zu Feuer in den Alpen von Stefan Grass (BT 07.07.2017)

--> Höhenfeuer für nachhaltigen Tourismus (alpMedia News 12.07.2017)

--> „Feuer in den Alpen“: Motto Wintertourismus (ORF 09.08.2017)

--> Zeichen für Wende im Wintertourismus (Gailtal Journal 10.08.2017)

--> Flammende Signale für die Erhaltung der Alpen (rro.ch 11.08.2017)

--> Feuer für nachhaltigen Tourismus (DAV 12.08.2017)

--> Feuer in Rosswald (CIPRA CH, AI und mw 12.08.2017)

--> „Mr. Alpenfeuer“ denkt an die Pension (ORF.at 13.08.2017)

--> Cipra will mit Höhenfeuern zum Umdenken im Wintertourismus anregen (Bauern Zeitung 13.08.2017)

Zu Fuss wieder von Wien nach Nizza
Wie verändert sich das Bild der Alpen im Laufe der Jahrzehnte? Welche Spuren hinterlassen Menschen und Naturereignisse in der Landschaft? Unter dem Namen whatsalp wandert zwischen Juni und September 2017 eine Gruppe von Alpenbegeisterten von Wien nach Nizza durch den Alpenbogen. Auf ihrer Reise zu Fuss wollen die Wandernden den aktuellen Zustand und den Wandel der Alpenregionen dokumentieren. Dabei geht es um die Schönheit und die Zerstörung der Alpen, um die Übernutzung und Unternutzung der alpinen Kulturlandschaften, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung.

--> Was ist whatsalp? (02.06. bis 29.09.2017)
--> Von der Donau bis an die Côte d’Azur (WOZ 25.05.2017)
--> Wanderung von Wien nach Nizza (Schweizerbauer 02.06.2017)
--> Allianz gegen die Alemagna-Autobahn (alpMedia News 07.07.2017)
--> Graubünden sticht die anderen Alpenregionen aus (SOGR 27.07.2017)
--> Salecina: Keine Kürzung beim Alpinen Museum (MM CIPRA 01.08.2017)
--> In zehn Schritten zum Verlagerungsziel (MM Alpen-Initiative 13.08.2017)