Feuer in den Alpen am 10. August 2019

«Für lebendige Gewässer»
95% des Potentials für die Wasserkraft in der Schweiz ist bereits genutzt. Viele Bäche und Flüsse sind durch Wasserkraftwerke verbaut und damit massiv beeinträchtigt. Aqua Viva setzt sich mit Partnerorganisationen für die Umsetzung des Gewässerschutz-Gesetzes und damit für lebendigere Gewässer ein.

Wasserkraft: Erneuerbar heisst nicht umweltverträglich
Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 fordert Aqua Viva stark. Immer wieder werden Stimmen laut, die von den Gewässern «ihren Beitrag» an eine AKW-freie Zukunft verlangen. Aber: 95 Prozent des Wasserkraftpotenzials in der Schweiz ist bereits genutzt. Gewässer sind in der Folge die am stärksten bedrohten und beeinträchtigten Lebensräume der Schweiz mit dem grössten Rückgang der Biodiversität. Doch es ist unnötig: Wollen wir die Atomenergie kompensieren, müssen wir rund 20 TWh/Jahr einsparen oder durch erneuerbare Energien ersetzen. Aufgrund des neuen nationalen Solardachkatasters wurden im April 2019 das wirtschaftliche Potential der Solarenergie neu berechnet: es liegt bei 67 TWh/Jahr. Wir haben also auf bereits bestehenden Dach- und Fassadenflächen ein Potenzial für Photovoltaikanlagen, welches den zu kompensierenden Produktionsrückgang durch den Wegfall der AKWs um ein Vielfaches übersteigt. Wollen wir die letzten 5% verbleibenden mehr oder wenige intakten Ökosysteme an Flüssen und Bächen wirklich auch noch zerstören, obwohl es nicht notwendig und auch ökonomisch nicht sinnvoll ist? Unsere logische Gegenforderung lautet: So lange es noch schlecht isolierte Häuser, optimierungsfähige Anlagen und Dächer und Fassaden ohne Photovoltaikanlagen gibt, soll kein ungenutzter Gewässerabschnitt zusätzlich verbaut werden.

Und: Die gesetzlich vorgeschriebene ökologische Sanierung bestehender Wasserkraftanlagen muss fristgerecht umgesetzt und die Restwasserbestimmungen müssen nach über 25 Jahren endlich durchgesetzt werden – denn unsere Gewässer haben bereits riesige Opfer für die Stromproduktion erbracht.

Wasserkraftwerke dürfen nicht aus der Pflicht entlassen werden
Bestehende Wasserkraftwerke sollen ihre Eingriffe in schutzwürdige Lebensräume künftig nicht mehr ersetzen müssen. Dies verlangt eine Parlamentarische Initiative von Nationalrat Albert Rösti. Pro Natura, Aqua Viva, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und der Schweizerische Fischerei-Verband lehnen diesen Vorschlag zur Änderung des Wasserkraftgesetzes entschieden ab. Sie fordern, dass Kraftwerksbetreiber endlich ihre Pflichten zum Schutz von Natur und Landschaft erfüllen – und damit auch die angerichteten ökologischen Schäden kompensieren.

--> Gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, Aqua Viva, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Schweizerischer Fischerei-Verband am 14.02.2019

 

Feuer-Infos 2019

--> "Für lebendige Gewässer" Feuer in der Trift (Grimselverein, Aqua Viva und CIPRA Schweiz)

--> Feuer in den Alpen 2019: Für lebendige Gewässer (fairunterwegs.ch)

--> Buchvernissage: Alpenwanderer von und mit Dominik Siegrist (PDF)

--> 2. Rundbrief Feuer in den Alpen im Juni 2019 (PDF)

--> Widerstand an der Trift – Gebirgsschönheit erhalten (Grimselverein 2019)

--> 1. Rundbrief Feuer in den Alpen im April 2019 (PDF)

FEUER IN DER TRIFT
Wir treffen uns für «Feuer in den Alpen» heuer in der Trift, wo akute Gefahr für Landschaft und Gewässer droht: die Kraftwerke Oberhasli (KWO) planen einen neuen Stausee, und wir wehren uns gegen dieses unbelehrbare Weitermachen wie bisher – wo doch allerorten von Energiewende und Klimaschutz die Rede ist.

--> Programm und Organisatorisches vom Grimselverein (PDF)

Feuer auf der Alp Prasüra im Münstertal
Das traditionelle Mahnfeuer entzünden wir dieses Jahr mit den Älplern auf der Alp Prasüra ob Sta. Maria im Münstertal. Am Sonntag, 11. August findet ausserdem eine Exkursion durch die Auen des Rombaches statt.

--> Infos und Anmeldung bei Mountain Wilderness (PDF)

Alpenfeuer 2019 in Mürren
Die Alpen-Initiative entzündet das traditionelle Feuer in den Alpen in Mürren im Berner Oberland. Mit dem Mahnfeuer setzen wir ein Zeichen gegen die Zerstörung der Alpen. Beim diesjährigen Alpenfeuer steht der Schutz der Alpen vor dem Klimawandel im Zentrum.

--> Anmeldung für Übernachtung und fakultativer Wanderung (AI)